Archiv der Kategorie: Lumenprint

Lumenprint-Tagebuch: Endlich wieder im See!

Es ist jedes Jahr wieder ein ganz besonderer Moment: Das erste Mal ohne Neopren im Walensee schwimmen. Meist ist das Ende Mai/ Anfang Juni, und dieses Jahr war es gestern soweit – bei relativ kühlem Wasser. Es gibt keine offizielle Wassertemperaturangabe des Walensees, vermutlich deswegen, weil es am Walensee keine Badi gibt und daher auch keine regelmässige Wassertemperaturmessung. Der See ist an meiner Lieblingsbadestelle erfahrungsgemäss immer etwa 1-2 Grad wärmer als die nächstgelegene offizielle Messung der Linthtemperatur, daher gehe ich davon aus, dass wir bei 16-17 Grad geschwommen sind.

Die nasse Schwimmbrille habe ich nach dem Schwimmen auf ein Fotopapier geworfen, und zwar auf ein Agfa-Papier aus (vermutlich) den 80er Jahren. Dabei habe ich gelernt, dass weiches Fotopapier vermutlich für Lumenprint nicht besonders geeignet ist, es reagiert sehr schnell und halt – logisch, eigentlich – nicht besonders kontrastreich.

Lumenprint-Tagebuch: Biester

Unser wilder Sträuchergarten ist ein Blattlaus-Paradies. Jahr für Jahr fallen sie über die Schlehe und den Holunderbusch her, auch der Mirabellenbaum leidet unter Befall. Wir versuchen sie ohne Chemie zu bekämpfen und sprühen Neem. Dieses Jahr helfen uns ganz viele Marienkäferlarven die Meute etwas zu dezimieren. Hoffentlich sind sie hungrig genug, damit die Bäume nicht zu sehr leiden und wir doch im Spätsommer ein paar Mirabellen essen können.

Zwei Blattläuse auf Orwo-Fotopapier

Lumenprint-Tagebuch: Die tiefenentspannte Strasse

POV: Du blickst aus einem überwucherten Fahrradkorb auf die Strasse.
Im Körbchen steckt ein Blatt Fotopapier.

An der Strasse, die zum Hintereingang meines Arbeitsplatzes führt, steht seit vorletztem Sommer eine Gruppe Velos. Stoisch lassen sie die Luft aus den Reifen fahren, der Ledersattel lässt sich vom Regen gerben, der Lenkerkorb und die Speichen laden Pflanzen zum Ranken ein.

Ich bin gespannt, wie lange noch die Velos von nichts anderem als der Zeit und den Rankpflanzen berührt werden.

Bis ich eine Schachtel Fotopapier eingepackt hatte, dauerte es hingegen nur bis heute.

Vor ein paar Jahren lag auf einer Mauer an derselben Strasse eine Tonbandkassette. Es dauerte Monate, bis sie sich von ganz zu ganz kaputt verändert hatte.

Es war HIStory. Past -Present – Future von Michael Jackson.

Es dauerte noch weitere 2 Monate, bis sie ganz kaputt war.

Ich denke, diese Strasse ist einfach ziemlich entspannt und schaut lieber erst mal zu.

Lumenprint-Tagebuch: Unspektakuläre Rekorde

Und wieder gibt es „Rekord-Wetter“, Schnee an Ostern, Überschwemmungen, Unwetter. Geschlossene Strassen, Stromausfälle. Die online-Portale schalten Newsticker.

Doch nicht alle Veränderungen in den Wettermustern sind so spektakulär. Der Bodensee mit seinem aktuell rekordtiefen Wasserstand (die Rekorde jagen sich!) liegt ruhig und unspektakulär da, man muss schon wissen, wie er normalerweise aussieht und riecht, um es zu bemerken. Jedenfalls im Obersee, wo der See tief und das Ufer steiler ist, und es über weite Strecken einen Schilfgürtel hat, der auch trockengefallen „normal“ aussieht. Doch der trockengefallene Streifen ist breit und erinnert an die Ostsee bei Ebbe.

Bei Egnach habe ich eine Lücke im Schilfgürtel gefunden. Dort, wo das Gras aufhört, fängt normalerweise der See an. jetzt geht es noch ein ganzes Stück weiter, auf brackig riechendem lehmigem Boden. Je näher ich dem Wasser komme, desto schlammiger wird es, und wenn da nicht überall alte, abgebrochene Schilfstängelstück liegen würden, würde ich einsinken. Ich möchte als Erinnerung nicht nur lehmverkrustete Turnschuhe nach Hause nehmen:

Die Belichtungszeit war unfreiwillig kurz. Es war windig, und obwohl ich eine windgeschützte Stelle gesucht habe, war das Schilf dann auf einmal weg.