Am Freitag war wunderbares, klarsichtiges Wetter und ich hatte Lust, von oben auf mein Zuhause zu schauen. So reiste ich auf den Säntis, 2500 über Meereshöhe. Ich nahm meine alte Stereo Realist – Kamera mit, die ich vor vielen Jahren für sehr wenig Geld als „ungeprüftes Ausstellungsobjekt“ gekauft hatte, die aber noch wunderbar funktioniert.

Ich hatte die Idee, in Richtung „zu Hause“ zu fotografieren – irgendwo sollte dann das „Vernelisärtli“ am Glärnisch auf dem Bild sein. Und weil ich daheim ein seit längerem abgelaufenes Bier mit dem Namen „Vrenelisgärtli“ rumstehen hatte, habe ich den Film in ebendiesem Bier entwickelt.
In der Kamera lag bereits ein Film, habe ich beim Packen festgestellt. Nach dem Entwickeln war klar: Seit fünf Jahren war der bereits drin!
Bierentwickler-Rezept

- 1 Flasche Adler Bier „Verenelisgärtli„, abgelaufen im Herbst 2024
- 1.4 dl Wasser, ziemlich heiss
- 10 Gramm Vitamin C
- 30 Gramm Soda
Bei einer Starttemperatur von 28 Grad während 30 Minuten entwickelt, gut gefiltert vor dem Einfüllen, da unaufgelöste Sodakristalle die Negative zerkratzen können.
Stopp und Fix „konventionell“.
Die Negative sind sehr körnig geworden. Das mag an dem alten Film liegen, oder vielleicht auch daran, dass HP5, wenn er lange entwickelt wird, zum Körnigsein neigt?
Jetzt musste ich nur noch die beiden Bilder so in den Stereobetrachter bringen, dass sie auch wirklich Stereo aussehen. Das ist nicht ganz so einfach – das Bild links auf dem Negativstreifen muss rechts in den Betrachter, sie müssen beide das richtige Format haben und genau gleich ausgerichtet sein. Hochpräzises Arbeiten ist nicht meine grösste Stärke, hier aber notwendig. Heute habe ich das ausnahmsweise, weil ungeduldig, nicht im Fotolabor, sondern am Computer gemacht und auf Fotopapier ausgedruckt.
Es hat funktioniert, und der Effekt ist jedesmal wieder überwältigend, und ausschliesslich analog, im echten Leben, erfahrbar – zeigen kann ich das hier also nicht: Dafür müsstet ihr mich schon besuchen kommen ;-).



P.S.: Ich habe nur diese drei (Doppel-)bilder gemacht auf dem Säntis. Ich bin froh, habe ich überhaupt fotografieren können: Die Aussichtsplattform ist ziemlich exponiert, ich bin ganz und gar nicht schwindelfrei und es hatte ziemlich heftige Böen. Ich bin für diese drei Bilder sehr, sehr weit aus meiner Komfortzone herausgetreten!






















