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Petri Tamminen: Meeresroman

Ich lese ziemlich viel. Und immer bin ich auf der Suche nach dem Gefühl, das einen packt, wenn man in eine Geschichte, eine Sprache, einen Text so richtig eintaucht. Das kommt nicht allzu oft vor, aber sind die Bücher, an die ich mich noch lange erinnere.

Ein solches Buch ist der „Meeresroman“ von Petri Tamminen. Ein lakonisch geschriebener, nicht besonders dicker Roman über einen Kapitän, der vom Seeglück nicht direkt verfolgt wird. Ein Buch, das mich dazu gebracht hat, langsam zu lesen – und danach habe ich mich zufrieden und ganz ruhig gefühlt. Ein schönes Buch, ein schönes Leseerlebnis!

Petri Tamminen: Meeresroman. Mare Verlag Hamburg, 2017

Die Jugend war schon immer die heutige

Mittagsgespräch mit dem 15jährigen Sohn, der sich sehr daran stört, wenn „Alte“ über die egoistische und faule Jugend herziehen – sie seien nämlich gar nicht so schlimm, und es sei sowieso schon seit jeher so, dass die Alten mit dem Neuen nicht umgehen können und dann darauf schimpfen und ausserdem sei es normal, dass Adoleszente etwas egoistischer seien, das komme von der Hirnentwicklung und gehe vorbei und sei abgesehen davon auch schon immer so gewesen…

… da erinnerte ich mich daran, dass vor den Sommerferien in der Stadtgärtnerei Zürich ein Netzwerktreffen stattfand, an dem sich Menschen trafen, die in Sachen nachhaltige Ernährung im Raum Zürich aktiv sind – auf Einladung von „Zürich isst„. Dort ist mir aufgefallen, dass es viele junge Menschen gibt, die etwas verändern wollen, etwas bewirken wollen, die sich für eine bessere Gesellschaft einsetzen. Viele von ihnen möchten dies nicht wie „wir“ früher, nicht in Totalopposition tun, sondern haben nichts dagegen, mit der Verwaltung, also dem „Staat“, oder gar mit der Wirtschaft zusammen tun. Die heutige Jugend ist also gar nicht so schlecht, im Gegenteil – und auf jeden Fall nicht durchwegs egoistisch. Also die „Centennials“, die Generation Z, die gibt es tatsächlich.

Wer herausfinden möchte, ob sie/er auch zu dieser aktiven, die Welt verbessernden Generation gehört – Watson hat den Test dazu.

  1. S. 1: Die ältesten Nörgelein an der „heutigen Jugend“ sind übrigens 5000 Jahre alt und auf sumerischen Tontafeln zu finden:
    „Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz, zeigt keine Lernbereitschaft und ist ablehnend gegen übernommene Werte“ 

P.S. 2: Die schönste Formulierung zur Angst der Alten vor dem Neuen kommt von Douglas Adams, aus „The Salmon of Doubt“:
„1. Alles, was es schon gibt, wenn du auf die Welt kommst, ist normal und üblich und gehört zum selbstverständlichen Funktionieren der Welt dazu. 
2. Alles, was zwischen deinem 15. und 35. Lebensjahr erfunden wird, ist neu, aufregend und revolutionär und kann dir vielleicht zu einer beruflichen Laufbahn verhelfen. 
3. Alles, was nach deinem 35. Lebensjahr erfunden wird, richtet sich gegen die natürliche Ordnung der Dinge.“

Unterm Strich gefällt mir die Redewendung „am Ende des Tages“. Oder umgekehrt.

Die Redewendung „am Ende des Tages“ ist definitiv auch bei uns angekommen – inzwischen sogar im Schweizerdeutschen. Kein Tag vergeht, vor dessen Ende sie mir nicht ein paar Mal begegnet ist.
Es ist eine aus dem englischen entlehnte Wendung. Doch obwohl sich mir in der Regel die Nackenhaare sträuben, begegne ich einer Manifestation von Verenglischung unserer Sprache, und trotz der Tatsache, dass der englische Originalausdruck „at the end of the day“ schon 2009 zur ärgerlichsten Bürofloskel des Jahres gekürt wurde – ich kann dieser Neuerung etwas abgewinnen. Ist sie doch ein klein wenig poetischer als die deutsche Entsprechung eher buchhalterischer Herkunft, die sie nach und nach ersetzt: Unter dem Strich.

Pinhole Day 2017

Seit 17 Jahren ist der letzte Sonntag im April „Internationaler Lochkamera-Tag„. So haben wir gestern also wieder einmal die Lochkameras geladen, noch rasch zwei neu gebastelt und sind losgezogen, bei sonnigem, also idealen Wetter. Die Belichtungszeiten sind so schon lang genug…

Ich hatte mir überlegt, dass wir einen Ort brauchen, der viel grafische Strukturen und hohe Kontraste zu bieten hat. Und ich wollte nicht die ewig-gleichen Eisenbahnschienen-Fotos oder Bilder von Denkmälern, häufige Sujets der Lochkamera-Fotografie. So spazierten wir auf das Gelände eines Altmetallhändlers und stellten die Kameras auf. Es hat funktioniert:

lochkamera in position

Lochkamera in Position

ergebnis

Das Ergebnis (Belichtungszeit: 20 Sekunden)

Die am Vorabend noch rasch zusammengebastelten Schachtelkameras mit verschiedenen Brennweiten richteten wir auf dasselbe Sujet, um den Unterschied sichtbar zu machen.

schrotthaufen

Grössere Brennweite – fast schon ein Teleobjektiv, resp. Teleloch

schrotthaufen

Kürzere Brennweite, eher Weitwinkel