Eine idyllische Postkarte, Kartoffeln zu verdanken

Dieses Bild von irgendwo aus den Alpen stammt aus dem (sehr) frühen 20. Jahrhundert. In dieser Zeit hat der Fotograf und Farbfotografie-Pionier Hans Hildenbrand Postkartenbilder hergestellt. Auf der Rückseite der Postkarte ist der Fotograf genannt, und auch das Verfahren: Farbenphotographische Aufnahme (Lumière).

Dieses Verfahren, die Autochromfotografie „Lumière“, ist das älteste Farbfotografie-Verfahren. Es ermöglichte es erstmals, farbige Glasdias herzustellen: Eine Glasplatte wird auf der einen Seite mit einem Gemisch aus rot, grün und blau gefärbter Kartoffelstärke beschichtet und auf der anderen Seite mit Fotoemulsion (es ist kompliziert; aber hier recht gut erklärt).

Ich hätte sehr gerne ein Autochrom-Bild aus dem Glarnerland, denn ich arbeite an einem Bildprojekt zum Thema Kartoffeln und Glarnerland. Da wäre ein Bild, das seine Farben letztlich Kartoffeln zu verdanken hat, eine schöne Sache.

Ich dachte auch kurz, ich hätte eins, nämlich diese schöne Postkarte hier:

Aber dann habe ich herausgefunden, dass Louis Glaser in Leipzig zwar Farbpostkarten herstellt hat, diese aber ab Fotografien (idealisiert) abgezeichnet und dann als Farblithografien gedruckt wurde. Schade!

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