Archiv der Kategorie: Leben

Erosionen

Vor einer Woche, am 1. November, ist eine Bauschutt-Deponie in die Linth abgerutscht. Die Linth ist gestaut, wenn jetzt eine Niederschlagsphase käme, gäbe es Überschwemmungen.

Der Abbruch der Deponie Ardega hat den Linthdamm in die Mitte des Flusses verschoben.

Anfang Oktober gab es am grossen Tschingelhorn, beim berühmten Martinsloch, einen Felssturz. 100’000 Kubikmeter Gestein kamen runter, es ist mit mehr Abbrüchen zu rechnen.

Die Gletscherzunge des Bifertenfirns ist im Sommer über einen Kilometer geschwunden und abgebrochen.

Letztes Jahr gab es in Schwanden einen grossen Erdrutsch. Ein halbes Quartier ist unter 30’000 Kubikmetern Schlamm verschwunden und muss aufgegeben werden.

Es ist so gut wie sicher, dass 2024 das erste Jahr mit einem Plus von mehr als 1,5 Grad sein wird.

In den USA wird Trump zum Präsidenten gewählt.

2023: Jahresrückblick in Bildern

Januar: Viele Waldspaziergänge
Februar: Ein zaghafter Versuch, Zeichnen zu lernen
März: Auf Brockenhaus-Tour. Die Lampe gehört jetzt mir.
April: Abschied nehmen
Mai: Stiftungskongress in Kroatien
Juni: Frauenstreik. Ich hab‘ den Farbfilm NICHT vergessen.
Juli: Einer der zahlreichen Seen, in denen ich dieses Jahr geschwommen bin (Hirschlensee, Reichenburg)
August: Austern direkt vom Produzenten
(Ile d’Oléron, Frankreich)
September: In der ersten Nacht nach dem Alpabzug auf der Alp geschlafen
Oktober: Eine Tagung in Berlin
November: Mit dem Verwaltungsgericht in Strasbourg
Dezember: Winterwunderland auf dem Weissenstein

Jahresrückblick 2021 in zwölf Bildern

Januar: So viel Schnee.
Februar: Eine neue alte Kamera.
März: Die Museen gehen wieder auf.
April: 1.5 Tage Gemeindeversammlung !
Mai: Eigene Pilze.
Juni: Geimpft!
Juli: Wasser, Wasser, Wasser. Hier: Maggiatal.
August: Ein Özi-Tatoo gestickt.
September: Ferien zu zweit in Florenz.
Oktober: Hier kommt eine Blumenwiese hin.
November: So viel Nebel ist selten.
Dezember: Endlich habe ich eine Polaroid-Kamera.

Das Digitall

Je länger, je mehr stört es mich, wenn wir vom „digitalen Raum“ sprechen.

Denn der Digitale Raum ist vieles, aber eines ist er nicht: Ein Raum!

  • Ein Raum hat vier Dimensionen. Ja, auch Zeit, Spuren der Zeit sind in Räumen sichtbar: Ein Raum hat eine Geschichte.
  • Ein Raum riecht. Oder stinkt.
  • Ein Raum hat einen Klang. Es hat Dinge und Lebewesen drin, die Geräusche machen, surren, lärmen, zirpen, heulen, quietschen.
  • Ein Raum hat eine Temperatur, oder sogar mehrere. In der Regel sind Räume oben wärmer als unten. Vielleicht zieht es auch.
  • Ein Raum verhält sich zu Licht, er ist hell, sonnendurchflutet, verdunkelt, fensterlos…

Wenn sich Menschen treffen, geschieht dies in der Regel in einem Raum, die Menschen teilen die Raumerfahrung. Treffen sich Menschen im „digitalen Raum“, sehen und hören sie sich zwar, aber sie teilen keine Raumerfahrung. Es sind reale, aber unüberwindlich von einander verschiedene und getrennte Räume.

Die Autorin beim Versuch, sich nicht in den unendlichen Weiten eines Spiegeloktagons zu verlieren.

Die Räume der andern in einer Videokonferenz zu sehen, trennt uns noch mehr voneinander, als wir sowieso schon getrennt sind: Die Distanz ist augenfällig. Wenn wir auf „Meeting verlassen“ drücken, sind wir abrupt in unsere je eigenen Räume zurückgeworfen, die wir gar nie verlassen haben. Diese Distanz zu überwinden ist anstrengend, man muss es bewusst tun, und es braucht viel Fantasie und noch mehr Empathie.

Der Digitale Raum ist unendlich, geruchlos, per se geräuschlos, hat keine Temperatur und kein Licht.

Vielleicht sollten wir folglich besser von Digitall sprechen?

P.S.: Sehr schön nachdenken darüber, was Räume sind, kann man in der Ausstellung „Total Space“ im Museum für Gestaltung, noch bis 20. Juni 2021.

P.P.S.: Der englischsprachige Ausdruck „digital space“ bietet eine schöne Zweideutigkeit an: Raum und Lücke. Beides in einem Wort. Das passt doch ziemlich gut.