Zum Inhalt springen
- Januar: Emilie Brontë: Sturmhöhe. // Ich hätte nicht gedacht, dass mich diese Geschichte so packt. Interessant aus zwei Perspektiven erzählt und sehr wild.
- Januar: Flann O’Brian: Der dritte Polizist. // Ein Buch wie ein Trip – am Schluss weiss man nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Nicht mal de Selby kann da weiterhelfen.
- Januar: Arno Geiger: Das glückliche Geheimnis. // Nach Geschichten tauchen im Altpapier, das hat mich fasziniert und dazu bewegt, das Buch zu kaufen. Und dann war‘s bloss die Autobiografie von einem, der zu viel Zeit hat, sich mit sich selbst zu beschäftigen.
- Februar: Becky Chamers: Die Galaxie und das Licht darin. // Gute Unterhaltung, nicht das stört, gut und empathisch beschriebener Umgang mit Differenz (zwischen Spezies, in dem Fall).
- Februar: Virginie Despentes: Liebes Arschloch. // Ein leichtlesiger Briefroman, soll ein Plädoyer für Zuhören und Zwischentöne sein, auf mich wirkt es uninspiriert, sehr klischiert, unüberraschend sowie etwas arg didaktisch.
- Februar: David Graeber, David Wengrow: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit. // Wow. Mit sturmem Kopf und neuen Ideen lege ich das fertig gelesene Buch zur Seite.
- März: Mohamed Mbougar Sarr: Die geheimste Erinnerung der Menschen. // Eine suchende Reise durch ein gutes Jahrhundert und drei Kontinente, überraschend, fesselnd, mit Nachhall.
- März: Jasmin Schreiber: Der Mauersegler. // Banal, leider. Hätte mir gewünscht, dass es mir gefällt, weil mir die Autorin sehr sympathisch ist.
- März: David Graeber: Piraten. // Vor lauter Details fiel es mir schwer, die grosse Linie nicht aus den Augen zu verlieren – aber der Gedanke, dass die moderne Demokratie mehr mit sowohl Madagaskar als auch den Piraten zu tun hat, fächert er spannend und aus mehreren Perspektiven auf.
- März: Milena Michiko Flašar: Oben Erde, unten Himmel. // Japan ist mir sehr fremd. Und diese Buch hat nichts daran geändert.
- April: Clemens J. Setz: Monde vor der Landung. // Ich musste mich etwas hindurchkämpfen – interessant zwar, einem Querdenker beim Beharrlich bleiben zuzusehen, aber über 500 Seiten lang?
- April: Franz Hohler: Rheinaufwärts. // Das letzte Buch, das Stefan gelesen hat.
- Mai: Seraina Kobler: Tiefes, dunkles Blau. // Ist nicht schlecht, aber Krimis sind halt wirklich nicht mehr meins. Ist Trotz viel Züri kein „Lokalkrimi“ sondern ein richtiger, denn es geht mehr um die Geschichte als um den Ort.
- Mai: Raphaela Edelbauer: Das flüssige Land. // Die Geschichte wird erzählt, wie wenn auch sie auf waberigem Grund stünde. Passt.
- Mai: Berta Thurnherr: Rundumm Rii. // Diepoldsauer Dialektgedichte. Ist Arbeit, aber eine die sich lohnt: Es sind keine Sprachbewahrungsmüschterli, sondern ganz im Heute sitzende Beobachtungen.
- Juni: Djaimilia Pereira de Almeida: Im Auge der Pflanzen. // Die Geschichte eines alten Piraten, der im Garten Schuld und Erinnerung begegnet oder auch nicht. Verstörend empathisch, sehr poetisch.
- Juni: Percival Everett: Die Bäume. // Hardboiled Groteske zum Thema Lynchmorde – schon ziemlich verstörend. Und trotzem comedy.
- Juli: C.F. Ramuz: Sturz in die Sonne. // Ich habe es auf Französisch zu lesen versucht und dann doch auf die Übersetzung gewartet. Ramuz‘ unkonventioneller, fast schon impressionistischer Stil ist schwer zugänglich. Ein flirrendes Buch über Verdrängung von Panik.
- Juli: Herbert Clyde Lewis: Gentleman über Bord. // Tragisch. Und komisch. Und merkwürdig undramatisch erzählt.
- Juli: Rónán Hession: Leonard und Paul. // Eine hübsche Geschichte über liebe Menschen – etwas allzu hübsch.
- August: Nikolaj Schultz: Land sick. // Interessanter Versuch, einen soziologischen Essay in der Form einer Erzählung vorzulegen. Und hat mich in meinem Lebensgemfühl SEHR abgeholt!
- August: Doris Knecht: Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe. // Die Kinder ziehen aus. Die Mutter denkt über ihr Leben nach. Viel interessanter als es tönt.
- August: Philippe Ségur: La nuit nous sauvera. // Ein Ökoterrorist berichtet vom Sprengen eines Atomkraftwerks – und wie es dazu kam. Keine heitere Lektüre und eine Warnung: Das könnte geschehen. Es ist möglich, dass es Menschen gibt, die keinen anderen Ausweg aus der allgemeinen Tatenlosigkeit sehen.
- September: Virginie Despentes: King Kong Theorie. // Hätte ich dieses Buch doch schon viel früher gelesen! Hätte mir geholfen.
- September: Marie Vieux-Chauvet: Der Tanz auf dem Vulkan. // Aus der Perspektive der talentierten und gefeierten Sängerin Minette, einer affranchie, einer freien Farbigen, wird die Geschichte von Haiti in den Jahren vor der Revolution erzählt. Sehr nah dran, an der Grausamkeit, an der Zerissenheit freier Farbiger, am Kampf ums Über-Leben in einer unmenschlichen Gesellschaft.
- Oktober: Helga Schubert: Lauter Leben. // Präzis eingefangene Momentaufnahmen aus dem Leben sehr unterschiedlicher Menschen, die über die Einzelgeschichten hinaus weisen und zusammen ein Porträt der DDR der 70er Jahre bilden. Beeindruckender Erstling.
- Oktober: Walter Moers: Die Insel der Tausend Leuchttürme. // Erquicklichste Achterbahnfahrt fürs Gehirn: Diese Einfälle! Diese Diese Zeichnungen!! Sprache!!!
- Oktober: Kurt Vonnegut: Slapstick. Nie mehr allein. // Groteske über Einsamkeit, Vereinsamung, Untergang der Gesellschaft und die Sehnsucht nach Verbundenheit.
- November: Diaty Diallo: Deux secondes de l’air qui brûle. // Ein sehr trauriges Buch. Sie haben keine Chance.
- November: Charles Forster: Der Geschmack von Laub und Erde. // Sehr exzentrischer Versuch, Empathie mit Tieren herzustellen.
- November: Kurt Vonnegut: Die Sirenen des Titans (in der Übersetzung von Harry Rowohlt). // Schwindelerregend gut! Zu unrecht in Vergessenheit geraten.
- Dezember: Katja Petrowskaja: Das Foto schaute mich an. // Bildbetrachtungen, Kolumnen aus sieben Jahren.
- Dezember: Lea Ypi: Frei. // Faszinierend, wie die Art des Erzählens mit der Hauptfigur älter wird. Von kindlich-naivem Blick auf die Welt bis zur semi-distanzierten wissenschaftlich geschulten Erwachsenenperspektive.