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- Januar: Stefanie Sargnagel: Iowa. // Ich will da nie, nie, nie hin.
- Januar: Reinmar Cunis: Zeitsturm. // Ein vergessener Science Fiction Roman von 1979. Haluzinogen.
- Februar: Jane Campbell: Kleine Kratzer. // 13 sperrige alte Frauen. Lustig, böse, dark. Alte Frauen sind auch nur ganz normale Menschen.
- Februar: Pirkko Saisio: Das rote Buch der Abschiede. // Warum kommt der dritte Teil einer Trilogie als erstes auf deutsch heraus?
- Februar: Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen. // Eine Entdeckung! Riesenmolche werden von den Menschen zuerst ausgebeutet, dann übernehmen sie die Welt. Und die Menschheit ist selbstverschuldet machtlos, denn mit den Molchen brechen, würde wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Grotesk und gruselig plausibel.
- März: Lemony Snicket: Frühstück mit Gift. // Ein Genuss :-).
- März: Vilém Flusser: Für eine Philosopie der Fotografie. // Flusser ist ein Ordner, immer alles mal vier, immer eins auf dem andern aufbauend und rückverweisend. Ein Hauch von Verschwörungswitterung liegt in der Luft. Aber, soweit ich es verstanden habe, ein wichtiges Plädoyer für die experimentelle Fotografie.
- April: Barbi Marković: Minihorror. // Skurril und leicht unheimlich, hat mich gut unterhalten, aber nicht wirklich berührt.
- April: Percival Everett: Erschütterung. // Die Geschichte zerfällt für mich in mehrere Teile. Packend erzählt, aber hat mich dennoch nicht begeistert.
- April: Percival Everett: James. // Grossartig und aufwühlend. Everett ist ein fantastischer Erzähler!
- Mai: Rye Curtis: Cloris. // Abenteuergeschichten mit „normalen“ alten Frauen in der Hauptrolle sind nicht häufig. Nicht ganz glaubwürdig zwar, aber trotzdem eine spannende und schöne Geschichte.
- Mai: Zigmunds Skujiņš; Das Bett mit dem goldenen Bein. // Nicht fertig gelesen, die Geschichte hat mich nicht gepackt.
- Mai: Stefanie Grob: Budäässä. // Alltagsbeobachtungen und politische Überlegungen auf Berndeutsch. Prägnant, manchmal etwas zu verallgemeinernd-zugespitzt für meinen Geschmack. Slam halt.
- Juni: Enis Maci / Mazlum Nergiz: Karl Mai. // Wie zeitgenössisches Theater. Schnipsel, für sich interessant, ergeben zusammen aber kein auch nur entfernt kohärentes Ganzes.
- Juni: Willi Wottreng: Ein Irokese am Genfersee. Eine wahre Geschichte. // Es wäre eine spannende Geschichte, die von Chief Deskaheh, der beim Völkerbund in Genf für die Six Nations lobbyiert. Wenn sie nur nicht in so einem wohlwollend-paternalistischen Ton erzählt wäre.
- Juli: Saša Stanišić: Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne. // Lebensentwürfe durchspielen. Das Spiel mit Sprache (und der Literatur) höchst erfreulich, die Geschichten ziemlich verdreht (und ineinander verschlungen), ein wunderbares Buch!
- Juli: Elinor Mordaunt: Das Buch der Abenteuer. // Vor Hundert Jahren allein die Südsee zu bereisen, war sehr abenteuerlich, sehr mutig. Ein schöner Satz: Als ich so auf dem Sand hocke, in die Hände klatsche und meinen Körper hin und her wiege, da erinnere ich mich plötzlich – als würden die Bilder in einer Laterna magica überraschend gewechselt – an das letzte Dinner, dem ich in London beiwohnte: ein grosses literarisches Abendessen, überfrachtet mit der ewigen, selbstzufriedenen Eintönigkeit, die alle Menschen erfasst, die denselben Beruf haben und sich treffen.“
- August: Marc-Uwe Kling: View. // Ein Thriller zu einem sehr aktuellen Thema, mit mehr Plotteists als erwartet und einem so brutalen Ende, dass ich das Buch ganz schnell vergessen möchte, was seinen mutmasslichen aufklärerischen Anspruch unterläuft.
- August: Barbara Zeman: Beteigeuze. // Jemandem beim Verrückteerden zusehen, fühlte sich erwas voyeuristisch an. Mit schönen, schräg-poetischen Sprachbildern.
- September: Jane Campell: Bei aller Liebe. // Die Protagonist:innen demontieren sich aus der Ich-Perspektive, das ist amüsant, ansonsten ist die Geschichte nicht zwingend, und nicht zwingend Stoff für einen ganzen Roman. Ihre Kurzgeschichten sind überzeugender.
- Oktober: Léonie d’Aunet: Reise einer Frau in die Arktis. // Mit 19! 1839!.
- Oktober: Walter Moers: Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte: Zwanzig zamonische Flabeln. // Hm – nette Geschichten, lustige Einfälle, aber… langsam wiederholt es sich leider ein bisschen.
- Oktober: Martin R. Dean: Tabak und Schokolade. // Über Trinidad wusste ich fast nichts. Dean nahm mich mit auf eine familiäre Spurensuche, die auch die Geschichte der indischen Kontraktarbeiter:innen in der Kolonialzeit nachzeichnet.
- November: Béla Rothenbühler: Polifon pervers. // Amüsant. Ein kleines bisschen böse. Aber etwas allzu klischiert um letztlich nicht doch harmlos zu sein.
- November: Rudolf E. Raspe: Münchhausens Abenteuer. // Die, die „man“ nicht kennt, sind teilweise ziemlich surreal und toll. Epische Ballonweltreisen zum Beispiel.
- Dezember: Marlen Hobrack: Klassenbeste. // Hat viele meiner Erinnerungen an die Begegnungen mit ostdeutschen Frauen in Berlin 1990/91 wachgerufen und bestätigt.
- Dezember: Witold Gombrowicz: Bacacay. Erzählungen. // Geschichten wie aus dem Schwebezustand zwischen Wach und Schlaf gefischt. Uncanny.
- September-Dezember: Ganz, ganz viele Texte zur Geschichte der experimentellen Photographie, im Rahmen der Vorlesung „Histories, Theories and Debates about Experimental Photography„